20.10.2017

#branchennews: Branchenzuschlagstarifverträge in der Arbeitnehmerüberlassung

Die Vereinbarung von Branchenzuschlägen in diversen Branchen hat den Zweck, eine eventuelle Lücke zwischen den Tarifentgelten in der Leiharbeit und den Einsatzbranchen zu verringern. Die Tarifverträge gelten für alle tarifgebundenen Mitgliedsunternehmen von BAP und iGZ.

Der Branchenzuschlag ist ein Prozentsatz, der nach der Einsatzdauer gestaffelt ist und der auf das jeweilige Stundenentgelt aufgeschlagen wird. Er verringert die Entgeltlücke binnen 15 Monaten in sechs Schritten, beginnend ab der 4. bzw. ab der 6. Woche. Die Höhe der Zuschläge variiert dabei nach Branche, Einsatzdauer und Qualifikation.

Grundsätzlich werden die Branchenzuschläge nach bestimmten ununterbrochenen Einsatzdauern im Unternehmen fällig. Dabei zählen auch Feiertage, Urlaub und Krankheitstage mit Lohnfortzahlungsanspruch. Wenn der Einsatz für länger als drei Monate unterbrochen wird, beginnt die Einsatzdauer von vorne.

Die Branchen mit Zuschlagsregelungen sind die folgenden: • Metall- und Elektroindustrie (TV BZ ME) • Holz- und Kunststoffindustrie (TV BZ HK) • Textil- und Bekleidungsindustrie (TV BZ TB) • Chemische Industrie (TB BZ Chemie) • Kunststoff verarbeitende Industrie (TV BZ Kunststoff) • Kautschukindustrie (TV BZ Kautschuk) • Papier erzeugende Industrie (TV BZ PE – gewerblich) • Kali- und Steinsalzbergbau (TV BZ KS) • Papier, Pappe und Kunststoff verarbeitende Industrie (TV BZ PPK) • Druckindustrie (TV BZ Druck – gewerblich) • Schienenverkehrsbereich (TV BZ Eisenbahnen)

Die Zuordnung des Einsatzunternehmens richtet sich maßgeblich nach den hergestellten Produkten und die maßgeblichen unternehmerischen Zwecke. Im Zweifelsfall entscheidet sich die Branchenzugehörigkeit des Einsatzunternehmens nach dem in diesem Unternehmen angewendeten Tarifvertrag.

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