22.06.2018

#branchennews: Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall – Teil 2

Meldet sich Ihr Arbeitnehmer infolge Krankheit arbeitsunfähig, sind Sie als Arbeitgeber verpflichtet für die Zeit der Arbeitsunfähigkeit – max. für 6 Wochen (42 Kalendertage) - Entgeltfortzahlung zu leisten. In Tarifverträgen können jedoch von Tarifparteien Regelungen getroffen werden, die über den gesetzlichen Entgeltfortzahlungsanspruch hinausgehen. Bei der Arbeitgeberpflicht hinsichtlich Entgeltfortzahlung infolge Krankheit spielt es keine Rolle, ob das Beschäftigungsverhältnis sozialversicherungspflichtig ist oder nicht. Das heißt, auch Arbeitnehmer, die eine geringfügige Beschäftigung bei Ihnen ausüben, haben i.d.R. Anspruch auf die Fortzahlung Ihres Entgelts im Krankheitsfall. Gleichermaßen haben auch befristet/kurzfristig angestellte Arbeitnehmer einen Anspruch auf Entgeltfortzahlung. Dieser Anspruch erlischt jedoch nach Ablauf der Befristung.

In welcher Höhe müssen Sie als Arbeitgeber die Entgeltfortzahlung leisten?

Die Höhe der Entgeltfortzahlung richtet sich nach dem jeweiligen Bruttoarbeitsentgelts Ihres Arbeitnehmers. Zu dem Bruttoentgelt zählen ggf. auch Sachbezüge. Nicht hinzugerechnet werden Überstundenvergütungen, -zuschläge oder Einmalzahlungen, wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Sonntags-, Feiertags- oder Nachtzuschlägen müssen Sie jedoch berücksichtigen, sofern diese bei Arbeitsfähigkeit Ihres Arbeitnehmers angefallen wären. Bitte beachten Sie weiterführend, dass diese Zuschläge voll steuer- und sozialversicherungspflichtig sind, wenn diese in der Entgeltfortzahlung gewährt werden! Eine Ausnahme ist z.B. Fahrtgeld/Kilometergeld. Wenn Sie einen solchen Auslagenersatz jedoch pauschal zahlen, ohne die tatsächliche Höhe des Aufwandes zu berücksichtigen, müssen Sie diesen ebenfalls weiterzahlen. Ist Ihr Arbeitnehmer innerhalb der ersten vier Wochen der Beschäftigung infolge Krankheit arbeitsunfähig, sind Sie von der Entgeltfortzahlungspflicht befreit. In diesem Fall zahlt die Krankenkasse das sogenannte Krankengeld. Sollte Ihr Arbeitnehmer über die ersten vier Wochen hinaus arbeitsunfähig sein, zahlen Sie als Arbeitgeber ab Beginn der fünften Beschäftigungswoche das Entgelt für bis zu sechs Wochen fort. Der Fortzahlungsanspruch wird somit durch diese sogenannte Wartezeit nicht verkürzt.

Was passiert nach Ende der Entgeltfortzahlung?

Ist der Arbeitnehmer nach Ablauf der 6 Wochen immer noch arbeitsunfähig, erhält er/sie von der Krankenkasse Krankengeld. Dafür müssen Sie als Arbeitgeber der jeweiligen Krankenkasse mittels sogenannter Entgeltbescheinigung/Verdienstbescheinigung die Höhe des Entgeltes Ihres Arbeitnehmers mitteilen. Dies erfolgt auf elektronischem Wege durch ein Abrechnungsprogramm. Aus Ihren Angaben wird so die Höhe des Krankengeldes von der Krankenkasse ermittelt.

Bei Fragen rund um das Thema Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall können Sie uns jederzeit gern kontaktieren.