13.10.2017

#branchennews: Inkompetenzkompensationskompetenz

Inkompetenzkompensationskompetenz – ein Begriff, der von dem Philosophen Odo Marquard geprägt wurde. Marquard nutzte den Term, um die Philosophie an sich zu beschreiben, die seiner Meinung nach den verschiedenen Herausforderungen der Moderne nicht mehr gewachsen war und somit nur noch eine einzige letzte Kompetenz hätte - eben die besagte Inkompetenzkompensationskompetenz.

Das Konzept lässt sich aber fast eins zu eins in die Berufswelt übertragen. Hier umschreibt er Personen, deren Fähigkeit es ist, sich die eigene Inkompetenz nicht anmerken zu lassen – im Gegenteil: Diese geschickt zu überspielen und sein fehlendes Fachwissen zu kaschieren.

Ein solcher Kollege ist daher oft ein Fan von Team- oder Gruppenprojekten. Grund: Seine fehlenden Fähigkeiten kann er sehr gut hinter den Ergebnissen anderer verstecken. Am Ende ist man sich vielleicht sogar unsicher, was dieser Kollege zum Gesamtergebnis beigetragen hat – oder ob er überhaupt partizipiert hat.

Weiterhin delegiert dieser Mitarbeiter auffällig häufig die ihm übertragenen Aufgaben, nämlich genau dann, wenn er nicht weiterkommt. Wie soll also seine Inkompetenz auffallen, wenn er die Aufgabe gar nicht selber übernimmt?

Oder aber er hat immer eine Ausrede parat, warum er die Aufgabe nicht durchführen konnte oder er nicht zu dem gewünschten Ergebnis gekommen ist.

Diese Inkompetenzkompensationskompetenz kann jedoch eine große Last für die Kollegen darstellen, die die fehlenden Fähigkeiten der Person ausgleichen müssen und die ihn durch viele Projekte tragen müssen, ohne etwas erwarten zu können.

Daher sollten Sie darauf achten, dass so eine Situation gar nicht erst entsteht oder sich unnötig zuspitzt. Wenn Sie bemerken, dass ein Kollege ein solches Verhalten zeigt, suchen Sie am besten direkt das Gespräch mit ihm und bieten Sie ihm Ihre Hilfe an. Vielleicht lässt sich die Unwissenheit so ganz schnell aufklären. Achten Sie außerdem darauf, dass die Aufgaben entsprechend der Mitarbeiterqualifikationen aufgeteilt werden, sodass Angestellte nicht ganz so oft mit Situationen konfrontiert werden, in denen sie zunächst überfordert sind.

Quelle: Karrierebibel