10.03.2017

#branchennews: Schulabschlüsse vs. Berufserfahrung

Die Berufserfahrung ist für viele Personalverantwortliche wichtiger als die Schulabschlüsse – zu diesem Ergebnis kommt die Bertelsmann Stiftung in Ihrer Studie „Können belegen können“. Schul- und Hochschulzeugnisse sowie Weiterbildungen sind zwar wichtig für den Erfolg im Job und gehören auch nicht selten zu den formalen Einstellungskriterien, am meisten aber zähle das „Learning bei Doing“ – das Lernen durch die Erfahrung und Praxis als Kompetenzquelle. Viele Arbeitgeber bestätigen, dass vor allem der Faktor Berufserfahrung für Überzeugungskraft eines Bewerbers sorgt und höher bewertet wird als der Faktor (Hoch-) Schulzeugnisse.

Die Studienautoren drücken dieses wie folgt aus: „Für Deutschlands Arbeitgeber und Arbeitnehmer rangiert informelles Lernen deutlich vor formaler und non-formaler Bildung.“

Ein Problem, sowohl für Bewerber als auch für Personaler und Arbeitgeber, ist jedoch die Tatsache, dass informelles Lernen häufig nicht klar belegbar ist. Nicht für jede berufliche Erfahrung gibt es ein Zertifikat und informell erworbene Kompetenzen sind oft schwer zu belegen. Hierfür brauche es neue, offiziell anerkannte Zeugnisse, fordern daher die Studienautoren.

Ausführliche Informationen finden Sie auf der Website der Bertelsmann Stiftung . Für die Studie „Können belegen können – Lernwege, Kompetenzen und Zertifikate aus Sicht von Arbeitgebern und Arbeitnehmern“ wurden 1100 Arbeitnehmer und Arbeitgeber befragt. Das Ergebnis ist eine systematische Übersicht über die tatsächliche Nutzung von Weiterbildungszertifikaten. Im Fokus der Studie steht, inwieweit Weiterbildungszertifikate dazu beitragen, die Kompetenzen von Bewerberinnen und Bewerbern transparent zu machen und in welchem Umfang sie für Personalentscheidungen relevant sind.