27.04.2018

#howto Probearbeiten Teil 3: Was bedeutet das eigentlich?

Der Bewerbungsprozess für eine vakante Stelle in Ihrem Unternehmen ist schon weit fortgeschritten? Sie haben bereits mehrere Vorstellungsgespräche mit unterschiedlichsten Bewerbern geführt und einen bis zwei Kandidaten sind in Ihre finale Entscheidungsrunde gerückt?

In dieser Situation bietet sich oft ein Probearbeiten an, bei dem Sie die Kandidaten in ihrem potenziellen neuen Arbeitsumfeld einmal genauer unter die Lupe nehmen können. Grundsätzlich sollte bei jeder Vakanz individuell entschieden werden, ob ein Probearbeiten sinnvoll und zielführend ist. Ratsam ist jedoch, wenn der Wunsch des Probearbeitens auf Seiten des Bewerbers aufkommt, diesem nachzugehen und daraufhin einen entsprechenden Termin zu vereinbaren. Bei Führungs- und Leitungspositionen kann ein „Meet the Team“ oder ein „Kennenlerntag“ statt es klassischen Probearbeitens ins Auge gefasst werden.

Welche gesetzlichen Vorschriften müssen Sie beachten?

Im Vorfeld sollten Sie als Unternehmen definieren, ob es sich um ein „Probearbeiten“ oder ein „Einfühlungsverhältnis“ handelt und dieses entsprechend an den Bewerber kommunizieren. Handelt es sich um ein „Probearbeiten“ hat der Bewerber Anspruch auf eine entsprechende Vergütung und ist über Sie als Arbeitgeber gesetzlich unfallversichert. Bei einem „Einfühlungsverhältnis“ besteht dieser Anspruch nicht. In beiden Fällen dürfen Sie als Arbeitgeber dem potenziellen neuen Arbeitnehmer keine Weisungen u.a. über die Arbeitsaufgaben, -zeiten und -orte geben, denn diese könnten die Schließung eines mündlichen Arbeitsvertrages implizieren. Weitere Indizien hierfür sind die Weisung zum Tragen der Arbeitskleidung, die Einhaltung der Pausenzeiten oder die Vereinbarung einer Vergütung. Ob ein Arbeitsverhältnis zustande kommt ist unabhängig von der Bezeichnung des Probearbeitstages. Maßgeblich für die Beurteilung des Sachverhaltes ist das tatsächliche Geschehen.

Zusammenfassend ist es für Sie als Arbeitgeber in jedem Fall sinnvoll den Probearbeitstag oder die Probearbeitstage schriftlich zu fixieren, um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein.

Bei Fragen rund um das Thema „Probearbeiten“ können Sie uns jederzeit gern kontaktieren.